Das Zusammenleben mit unserem 5 Jahre alten Parson Russell Terrier Paul war in den letzten Jahren kontinuierlich schwieriger geworden. Er verteidigte sich gegen alles und jeden, war nicht mehr zu bändigen, sobald er andere Hunde gesehen hatte, schnappte blitzschnell nach Fremden, aber auch nach den eigenen Besitzern, wenn ihm etwas nicht passte. Unser Leben wurde mehr und mehr eingeschränkt. Ich habe auch selbst aber mehrere Wochen mit dem Hunde trainiert so wie es einem in Bächern eben beigebracht wird. Das einzige was ich erreicht habe war, dass mich Paul nun als praktische Leckerliauswurfmaschine betrachtet hat. Schließlich ging es soweit, dass ich dachte, ich wäre nicht der Lage mit diesem Hund umzugehen und dass ich ihn deshalb in andere Hände geben müsste. Alles in allem befand ich mich in einer ausweglosen Situation.
Nach einem Tipp einer Bekannte habe ich als letzten Ausweg einen Termin im Hundezentrum Niederl vereinbart. Nach dem Abklärungstest, der bereits klar die Problemfelder bei unserem Hund aufzeigte, wurde ein auf diese Probleme abgestimmter Trainingsplan erstellt und es wurde geklärt, welche Ziele realistischer Weise in einer Woche erreichbar sind. Die sachliche und realitätsbezogene Gesprächsführung durch Seppi Niederl fiel mir sofort angenehm auf. Am Ende des Einführungsgesprächs wurden klare Ziele vereinbart, die wir versuchen wollten zu erreichen. Eine Woche später traten wir unsere Intensivgrundausbildung an, die 5 Tage mit je 2 Trainingseinheiten umfasste.
Da ich schon schlechte Erfahrungen mit anderen Hundetrainern gemacht hatte, war ich am Beginn skeptisch, ob ich die vorgegebenen Ziele in der relativ kurzen Zeit wirklich erreichen konnte.
Doch schon an den ersten beiden Tagen haben wir mehr erreicht, als ich mir insgeheim für die ganze Woche erträumt habe. Ich konnte nun entspannt Spazierengehen bei locker durchhängender Leine oder den Hund in der Position Platz verharren lassen, auch unter Ablenkung. Ab dem dritten Tag verliefen auch Begegnungen mit anderen Hunden, denen wir schon seit geraumer Zeit aus dem Weg gegangen waren, überwiegend ruhig ab, ohne Bellen und Zerren an der Leine.
Der Höhepunkt der Woche war, dass es Seppi Niederl durch seinen persönlichen Einsatz gelungen ist, dass unser Hund auch das Anfassen durch fremde Personen wieder akzeptieren kann, ohne sich sofort zu verteidigen.
Natürlich muss das Erlernte in den nächsten Wochen weiter verfestigt werden, und ich bin fleißig am üben. Falls sich doch wieder einmal etwas einschleichen sollte, mit dem ich nicht fertig werde, finde ich es beruhigend zu wissen, dass ich das durch einen Tagesbesuch im Hundezentrum wieder korrigieren kann.
Allgemein muss ich sagen, dass ich sehr beeindruckt war von der Ruhe und der fachlichen Kompetenz mit der jedes Teammitglied mit den Hunden trainiert. Aber auch die ständige Einbeziehung der Hundehalter in das Training hat mich beeindruckt. Sehr positiv aufgefallen ist mir auch die Begeisterung für die Arbeit mit den Hunden, die persönliche Atmosphäre und den stets hundertprozentigen Einsatz von Seppi Niederl und seinem ganzen Team. Für mich war diese Woche ein voller Erfolg, der meine Erwartungen bei weitem übertroffen hat, und der das Zusammenleben mit meinem Hund überhaupt erst wieder möglich gemacht hat.
Das einzige was ich schade finde, ist, dass ich nicht schon früher auf das Hundezentrum Niederl aufmerksam geworden bin.
Liebe Grüße
Claudia
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